Was sind Sternenkinder?

Als Sternenkinder bezeichnet man Kinder die vor, während, oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Aber auch ältere Kinder, werden oft liebevoll von ihren Eltern so genannt. Selten benutzt man auch die Worte Schmetterlings- oder Engelskinder. Nicht zu vergessen sind auch die Kinder, die durch einen Schwangerschaftsabbruch oder plötzlichen Kindstod ihren Weg nicht zu Ende gehen konnten.

 


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Von Natalie am 25.Januar.2014

 

 

 

 

Liebe Eltern unserer Sternenkinder,

 

 

ich hoffe, ihr findet in meiner Geschichte wenigstens ein kleines Bisschen Trost.

 

 

Gestern beerdigten wir unseren kleinen Engel Olivia, die wir in der 22 SSW am 16.01.2014 verloren haben. Eine unendliche Leere und Traurigkeit begleitet vom Schmerz, der an das Verlieren der Fassung grenzt, hat sich in unseren Herzen ausgebreitet.
Die Ärzte ließen mich und das Baby unter laufender Tokolyse über 50 Stunden in Wehen. All diese Zeit lebte das Kind. Sie war sehr stark, unsere kleine Prinzessin. Ihr Gewicht wurde von den Ärzten auf 340gr. geschätzt. Außer Tokolyse und Bettruhe wurde nichts weiter verordnet. Uns wurde sogar angeraten uns gegen das Kind zu entscheiden mit dem Vermerk „wäre die Schwangerschaft bei Woche 23 und nicht 22, hätten Sie die Möglichkeit sich für oder gegen das Kind zu entscheiden. Ab der 24-ten SSW müssten wir sogar laut Gesetz das Kind versuchen zu retten. Aber so, macht das wenig Sinn.“
Wie groß unsere Verzweiflung war, könnt nur ihr, die denselben Schicksaal mit uns teilen, verstehen. Wir haben uns entschieden trotz allem bis zum Ende zu kämpfen. Wir stark und willig zu leben sie war, zeigte sich erst nachdem keiner mehr für sie etwas tun konnte. Ihre letzte Bewegung spürte ich noch wenige Minuten vor ihrer Geburt. Doch die ununterbrochenen Wehen, denen sie seit 2 Tagen und 2 Nächten hilflos ausgesetzt war, ermüdeten sie zum Tode. Mit einer letzten Bewegung verabschiedete sie sich kurz vor der Geburt von mir und meinem Mann. Dann ging das Fruchtwasser ab und nur wenige Minuten später gebar ich einen Engel. Sie war 28 cm groß und wog 445 Gr. Keine Herzaktion mehr, kein Pulsieren der Nabelschnur. Ihr Gesicht war auf der linken Seite verletzt, ihre Augen geschwollen.

 

 

Vor der Schwangerschaft lief es zwischen mir und meinem Mann zunehmend schlechter. Sie kam und verschwand wie ein Traum und machte uns so unendlich glücklich, wie wir noch nie zuvor im Leben waren. Wir fanden sofort wieder zueinander, freuten uns wie kleine Kinder, träumten von der Zukunft und konnten es kaum erwarten sie zu sehen. Wir nennen sie Engel der Liebe, denn sie kam um uns wieder zusammen zu bringen. Wenn ich mir ihr Foto anschaue, sehe ich meinen Mann in ihr. Wenn er sich ihr Bild anschaut, sieht er mich in ihr.
Nach der Geburt lag sie eine Zeit lang auf meiner Brust. Sie war so schön. Noch warm und so nah. Immer noch spüre ich diese Wärme und Nähe. Ich küsste sie, streichelte sie und weinte wie noch nie zuvor. Dann musste ich Abschied nehmen, denn man wartete auf mich im OP Saal. Mein Mann nahm sie mir ab und schaukelte sie weinend und verzweifelt im Kreissaal, während bei mir eine Ausschabung unter Vollnarkose durchgeführt wurde.
Ich habe bereits einige Operationen unter Vollnarkose hinter mir. Doch niemals vorher träumte ich während der OP. Ganz anders war es diesmal. Ich gelang durch den Nebel in einen Garten. Das ging sehr schnell, als ob zwei Wolken vor mir auseinander gingen und ich schwebte in eine andere Welt. Vor mir war eine Allee. Ich blickte nach oben und sah keinen Himmel, sondern eine unendlich helle Weite. Ich schwebte sehr langsam und schaute nach links und nach rechts. Die Bäume, die ich von unten sah hatten große Kristallblätter, die sich hin und her wiegten und in verschiedensten Farben leuchteten. Auf anderen Bäumen hing verschiedenstes Spielzeug. Auch dieses wiegte und drehte sich leicht. Noch nie sah ich so viele Farben und fühlte so ein Frieden. Ich schwebte immer weiter und konnte diese Schönheit kaum fassen. Ich habe niemanden gesehen, niemanden gesprochen und niemanden gehört.
Allmählich näherte ich mich wieder dem Nebel. Nur kurz wurde ich von der Nebelwolke umringt und sie ging wie ein Vorhang auseinander. Ich spürte wie ich immer tiefer absinke und sah eine hässliche braune Erde vor mir. Ich kam ihr immer näher und spürte sie auf einmal fest unter meinen Füßen. In diesem Moment machte ich meine Augen auf und sah meinen Mann weinend neben mir. Wie groß der Schmerz war in die Realität zurück zu kehren, mag ich nicht beschreiben. Aber ich habe das große Bedürfnis den anderen Eltern der Sternenkinder das zu beschreiben, was ich während meiner Reiße gesehen habe. Mein Engel führte mich dorthin um zu zeigen, dass sie es gut haben wird, damit ich mir keine Sorgen mache. Und auch wenn die Verzweiflung und der Schmerz derzeit Überhand haben, weiß ich tief in meinem Herzen, dass unsere Kinder genau dort sind, wo ich für einen kurzen Moment hinreißen durfte. Wir wissen alle wieviel Liebe wir unseren Kindern gegeben hätten, wenn sie bei uns wären, aber das was ich gesehen habe, kann keiner von uns geben, denn so etwas wundervolles gibt es hier bei uns nicht.
Hat jemand vielleicht dieselbe Erfahrung gemacht? Ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand mit ähnlichen Erlebnissen melden würde.
Durch Zufall fand ich im Internet ein Gedicht, mit der Beschreibung desselben Ortes, den ich gesehen habe. Leider weiß ich nicht von wem das Gedicht stammt, aber jemand, der so etwas schreibt, muss es auch gesehen haben.

Ein winziges Licht vom Himmel fällt,
es ist Sternenstaub aus meiner Welt.
Aus einer Welt voller Liebe, voller Freude und Glück,
wer dorthin gelangt will nie mehr zurück.
Eine Welt voller Farben kannst du dort seh'n,
bunte Blumen und Bäume in den Gärten steh'n.
Der Himmel ist blau, keine Wolke ist dort,
die Bäche sind klar an diesem friedlichen Ort.
Er liegt hinter den Sternen in Gottes Hand,
und wird von den Menschen Paradies genannt.
Dort wirst du mich finden, der Weg ist nicht weit,
wenn auch du einst gehst in die Ewigkeit.