Was sind Sternenkinder?

Als Sternenkinder bezeichnet man Kinder die vor, während, oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Aber auch ältere Kinder, werden oft liebevoll von ihren Eltern so genannt. Selten benutzt man auch die Worte Schmetterlings- oder Engelskinder. Nicht zu vergessen sind auch die Kinder, die durch einen Schwangerschaftsabbruch oder plötzlichen Kindstod ihren Weg nicht zu Ende gehen konnten.

 


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Die Ausschabung (Medizinisch: Kürettage, Abrasio)

 

Eine Ausschabung kann ca. bis zur 13 Schwangerschaftswoche erfolgen. Dies ist die Häufigste Art bei einer Fehlgeburt bis zur 12 Schwangerschaftswoche. Ab der 14 Schwangerschaftswoche muss eine Mutter meist ihr Kind normal gebären.

 

Was passiert vor der Ausschabung?

 

Vor der Ausschabung wird ein Aufklärungsgespräch seitens der Ärzte (OP) und Anästhesisten erfolgen. Den Termin bekommst man meist am Folgetag oder einigen Tagen nach der Diagnosestellung. Vorher wird sicherheitshalber auch nochmals ein Ultraschall erfolgen um die bestehende Diagnose zu bestätigen. Gegebenenfalls wird auch das Schwangerschaftshormon (HCG) nochmals kontrolliert. Am Tag der Ausschabung muss man nüchtern erscheinen, da der Eingriff unter einer kurzen Vollnarkose durchgeführt wird. Falls möglich, wird man alleine in ein Zimmer gelegt werden. Man bekommt ein OP-Hemd und Antithrombosestrümpfe (diese weißen langen engen Strümpfe) und muss diese anziehen. Eigene Wäsche und Schmuck müssen komplett abgelegt werden. Zum Schluss Erhält man noch Tabletten (Prostaglandine)zur Vorbereitung auf die Ausschabung. Diese sollen den Muttermund weich machen weil er bei der Operation gedehnt werden muss. Eventuell bekommt man noch etwas zur Beruhigung.

 

Durchführung

 

Im Bett liegend wird man in den Operationssaal gefahren. Bei der Übernahme in den Operationssaal werden nochmals alle Unterlagen/Angaben geprüft. Dann muss man vom Bett auf den sogenannten „Op-Tisch“ umsteigen und eine OP-Haube (diese grünen) anziehen. Dort liegt man flach und wird verkabelt (Überwachung von Blutdruck, Puls,...). Zudem bekommt man einen Zugang für Medikamente und Infusionen gelegt. Wahrenddessen befestigt eine andere Person die Beinstützen seitlich am OP-Tisch. Wenn alles bereit ist wird man in eine kurze Narkose versetzt und anschließend werden die Beine hoch und gespreizt gelagert. Zuerst werden Scheide, Schamlippen und Teile des Oberschenkels desinfiziert. Nachdem dann der Arzt ein Spekulum eingeführt hat beginnt er mit der Ausschabung des Gebärmutterhalses. Anschließend wird der innere Muttermund gedehnt und die Gebärmutterhöhle (der Embryo und die Plazenta) ausgeschabt. Dies geschieht mit einer Art Löffel mit scharfen Rändern (Curette). Der Eingriff dauert etwa 5-15 Minuten.

 

Was geschieht nach der Ausschabung?

 

Nach dem Eingriff wird man in das Bett umgelagert (eventuell kann man es schon selbst) und wird auf das Zimmer gebracht. Dort werden die Vitalzeichen und der Bewusstseinszustand kontrolliert. Wahrscheinlich läuft noch eine Infusion. Bei Bedarf erhält man eine Schmerzmedikation. 1-2 Stunden nach dem Eingriff darf man wieder nach Essen und Trinken. Es wird auch nochmals auf die Einlage geschaut werden, wie stark die Blutung ist. Nach 4-6  Stunden Überwachung und einem komplikationslosen Verlauf nach der Operation, darf man wieder nach Hause. Aufgrund der Narkose ist man nicht verkehrstüchtig (d.h. man sollte nicht selbst Auto fahren und auch keine öffentlichen Verkehrsmittel alleine nutzen). Am besten lässt man sich von Familienangehörigen/Bekannten mit dem Auto abholen oder fährt mit dem Taxi nach Hause.

 

Die Tage/Wochen nach der Ausschabung

 

Am Tag der Operation sollte man sich noch schonen, auch wenn man sich schon wieder körperlich fit fühlt. Auch schweres Heben sollte vermieden werden. Die Blutung wird noch einige Tage anhalten. Ungefähr 1 Woche später erfolgt eine Nachkontrolle beim Gynäkologen/in. Dort wird ein Ultraschall gemacht, der Muttermund getastet und Blut abgenommen. Das Schwangerschaftshormon (HCG) sollte solange kontrolliert werden, bis er wieder 0 erreicht hat. (Rein rechtlich muss dies wohl nur solange getan werden, bis er unter 4 ist). Wie lange das dauert lässt sich nicht pauschal sagen, da dies sehr unterschiedlich ist.

Die ersten 3 Wochen sollten Sauna- und Schwimmbadbesuche vermieden werden. Auch sollten keine Tampons verwendet werden und Geschlechtsverkehr nur mit Kondom erfolgen. Ca. 4-6 Wochen nach der Ausschabung tritt die erste Regelblutung ein. Es ist aber auch nicht besorgniserregend, wenn es noch länger dauert. Der Zyklus muss sich erst wieder ein pendeln. Die erste Regelblutung kann nochmals verstärkt ausfallen, was nicht ungewöhnlich ist.

Cave: Treten in den Tagen nach der Ausschabung sehr starke Schmerzen, außergewöhnlich starke Blutungen oder Fieber auf, sollten sie umgehend einen Arzt konsultieren.

 

Ausschabung: Ja oder Nein?

 

Es gibt Vor- und Nachteile einer Ausschabung entgegen einer kleinen Geburt. Nachfolgend werden sie erwähnt und helfen hoffentlich, um die für sich richtige Entscheidung zu treffen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jede Frau geht anders mit der Diagnose Fehlgeburt um. Für eine Frau ist etwas besonders wichtig, was für eine andere Frau in diesem Moment unwichtiger erscheint. Egal, wie man sich entscheidet, sollte es von anderen Personen akzeptiert und unterstützt werden. Denn in diesem Moment, ist es die richtige Entscheidung für diese Person!

 

Pro:

Eine Ausschabung ist eigentlich schmerzfrei. Auch ist eine Untersuchung des Kindes möglich. Es gibt Frauen die es befremdlich und unvorstellbar finden ein totes Kind in sich zu tragen. Auch das Warten auf den natürlichen Abgang ist für manche nicht aus zu halten. Diesen Frauen wird mit einer Ausschabung eher geholfen sein als mit einer kleinen Geburt. Ein weiterer Aspekt ist die Planbarkeit. Dies ist für Frauen, die bereits Kinder an der Hand haben, manchmal ein wichtiger Aspekt. Auch, dass die Familie/die Kinder den Schmerz und die Trauer, in der möglicherweise langen Wartezeit auf den natürlichen Abgang, nicht zu spüren bekommen.

Bei einem natürlichen Abgang ohne Ausschabung können Reste zurück bleiben, die sich zu einer Blasemole oder einem Chorionkarzinom weiterentwickeln können. Auch bietet eine mit Schwangerschaftsresten und Blut gefüllte Gebärmutter, einen idealen Nährboden für Keime, die zu einer Endometritis führen können.

 

Kontra:

Eine Ausschabung ist eine Operation mit Narkose. Wenn auch mittlerweile ein Routineeingriff. Trotzdem birgt sie Infektion- und Verletzungsgefahren. Sie wir im „Blindflug“ durchgeführt. Auch muss man erwähnen, dass eine Ausschabung keine 100%ige Garantie gibt, „alles hinter sich zu haben“. Bei verbliebenen Resten ist eine weitere Ausschabung notwendig. Dies ist jedoch nicht der Regelfall. Auch gibt es Frauen, die sich nach der Ausschabung beraubt fühlen. Man schläft mit Kind im Bauch ein und wacht wieder ohne es auf.

Eine Ausschabung kann auch, von der Operation und Narkose abgesehen, weitere Spätfolgen habe: Ashermann-Syndrom, Unfruchtbarkeit, wiederholte Fehlgeburten, Placenta praevia, Placenta accreta und Zerfixinkompetenz mit möglicher Folge eines Spätaborts oder einer Frühgeburt.

Sollte man für die Zukunft eine Geburt im Geburtshaus oder zu Hause in Erwägung ziehen muss man sich auch darüber im klaren sein, dass es schwer sein kann dafür eine Hebamme zu finden. Besonders noch mehrmaligen Ausschabungen.

 

Generell sollte man erwähnen, dass man sich nicht zu einer Entscheidung drängen lassen soll (was leider immer wieder vorkommt!). Gerade wenn eine Ausschabung sehr schnell durchgeführt wird (ohne Überlegungszeit) fühlen sich manche Frauen übergangen/bevormundet. Eine Ausschabung kann am Folgetag, 3 Tage später oder auch 1 Woche später erfolgen. Es stimmt nicht, dass das tote Baby den Körper innerlich vergiftet. Natürlich sollte man jedoch Bedenken, dass während einer Überlegungszeit (beispielsweise von 1 Woche) die Abbruchblutung trotzdem beginnen kann. Diese stellt jedoch kein Hindernis für eine Ausschabung dar. Nur sollte sie dann ziemlich zügig erfolgen.

 

 

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