Was sind Sternenkinder?

Als Sternenkinder bezeichnet man Kinder die vor, während, oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Aber auch ältere Kinder, werden oft liebevoll von ihren Eltern so genannt. Selten benutzt man auch die Worte Schmetterlings- oder Engelskinder. Nicht zu vergessen sind auch die Kinder, die durch einen Schwangerschaftsabbruch oder plötzlichen Kindstod ihren Weg nicht zu Ende gehen konnten.

 


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Die kleine Geburt (Medizinisch: Natürlicher Abgang, Ausstoßung)

 

Von einer kleinen Geburt spricht man, wenn das Kind innerhalb der ersten 12 Schwangerschaftswochen auf dem natürlichen Weg den Bauch der Mutter verlässt. Sie wird meist vom Körper selbst eingeleitet. Es kann jedoch bis zu 3 Wochen dauern, bis der Körper den Tod des Kindes bemerkt und die Schwangerschaft beginnt abzubrechen. Sie kann aber auch mit Tabletten eingeleitet werden, die man sich vaginal einführt und vor den Muttermund legt.

 

Verlauf

 

Eine kleine Geburt verläuft von Schwangerschaft zu Schwangerschaft verschieden. Man kann keinen einheitlichen Verlauf beschreiben. Auch die Schwangerschaftswoche spielt eine große Rolle. Je früher das Kind in der Schwangerschaft verstirbt, desto einfacher und komplikationsloser ist ein natürlicher Abgang.

 

Natürlicher Abgang, wenn das Kind sehr früh verstorben ist, Windei...

Die Blutungen sind meist regelstark oder etwas stärker. Schmerzmittel muss meist nicht eingenommen werden, da die Schmerzen bei der kleinen Geburt den Regelschmerzen gleichen. Eventuell erkennt man nach der Geburt eine kleine Fruchtblase. Gegebenenfalls erkennt man auch gar nichts und bekommt nicht mal mit, wann das Kind geboren wurde. Dies kann unter Umständen auch daran liegen, dass der Körper das Kind schon angefangen hat zu zersetzen und resorbieren.

 

Natürlicher Abgang, wenn das Kind am Ende des 1. Trimesters gestorben ist

Die Blutungen sind mindestens regelstark. Zeitweise sogar so stark, dass Frauen es mit den Worten "wie abgestochen geblutet" beschreiben. Kurz vor der eigentlichen Geburt erreicht dies seinen Höhepunkt. Auch beschreiben manche Frauen das mit den Worten "ich bin nicht mehr von der Toilette gekommen". Genauso verhält es sich mit den Schmerzen. Sie werden mindestens wie starke Regelschmerzen empfunden. Teilweise sogar nicht aus haltbar, wie Wehenschmerz. Viele bekommen für die kleine Geburt vom Gynäkologen/in Schmerzmedikation für zu Hause, die meist auch benötigt wird. Was man nach dieser kleinen Geburt erkennt ist sehr unterschiedlich. Es reicht von einem kleinen Kind bis zu größeren leberähnlichen Stücken. Auch hier kann der Körper schon mit der Zersetzung des Kindes begonnen haben.

 

Generell muss erwähnt werden, dass eine kleine Geburt von dem/der Gynäkologen/in mitbetreut werden sollten. Auch auf die Betreuung/Begleitung durch eine Hebamme hat man jederzeit Anspruch! Der HCG sollte regelmäßig kontrolliert werden. Auch sollte per US geschaut werden, ob noch Reste in der Gebärmutter vorhanden sind. Sollte Fieber auftreten oder Schmerzen und Blutungen die überdurchschnittlich stark sind, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen.Auch wenn man sich nicht sicher ist, inwieweit die Blutung noch in Ordnung ist, kann man jederzeit zur Kontrolle gehen.

 

Hier können Sie noch nachlesen, wie sie sich und ihren Körper bei einer kleinen Geburt unterstützen können.

 

Seien Sie bei einer kleinen Geburt im besten Falle nicht alleine. Sollte dies dennoch der Fall sein, dann haben Sie immer ein Telefon bei sich. Denn in selten Fällen kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen, die schnellstmöglich behandelt werden müssen.

 

Die Tage/Wochen nach der kleinen Geburt

 

Blutungen werden noch einige Tage nach der kleinen Geburt vorhanden sein. Es sollten aber keine Tampons verwendet werden.

Das Schwangerschaftshormon (HCG) sollte solange kontrolliert werden, bis er wieder 0 erreicht hat. (Rein rechtlich muss dies wohl nur solange getan werden, bis er unter 4 ist). Wie lange das dauert lässt sich nicht pauschal sagen, da dies sehr unterschiedlich ist. Auch sollte per Ultraschall geschaut werden, ob wirklich alles aus der Gebärmutter raus ist.

Die erste Regelblutung tritt meist 4-6 Wochen nach dem natürlichen Abgang ein. Es kann aber auch durchaus noch länger dauern. Jeder Zyklus regeneriert sich anders.

 

Kleine Geburt: Ja oder Nein?


Es gibt Vor- und Nachteile einer kleinen Geburt entgegen einer Ausschabung. Nachfolgend werden sie erwähnt und helfen hoffentlich, um die für sich richtige Entscheidung zu treffen. Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jede Frau geht anders mit der Diagnose Fehlgeburt um. Für eine Frau ist etwas besonders wichtig, was für eine andere Frau in diesem Moment unwichtiger erscheint. Egal, wie man sich entscheidet, sollte es von anderen Personen akzeptiert und unterstützt werden. Denn in diesem Moment, ist es die richtige Entscheidung für diese Person!

 

Pro

Man erlebt das Ende der Schwangerschaft bewusst, was für den Trauerprozess wichtig ist/sein kann. Auch wird nicht in den Körper eingegriffen und es entstehen keine Verletzungen. Somit regeneriert sich der Körper besser und schneller als nach einer Ausschabung. Wenn man schon bereit ist, steht auch einer Folgeschwangerschaft nichts im Wege. Manche Frauen berichten, dass sie eine kleine Geburt würdiger empfinden und dass ihr Kind selbst entscheiden kann, wann es bereit ist zu gehen. Es verlässt sein zu Hause auf dem Wege, wie es auch entstanden ist. Viele Frauen sind im Anschluss stolz auf das, was ihr Körper alleine geleistet hat.

Ein weiterer Aspekt ist der Abschied, die Beerdigung. Wenn möglich und vorhanden, kann man das Kind/die Gewebeteile auffangen und sich in Ruhe auf seine persönliche Art verabschieden (z.B. im Garten bestatten und einen Baum darauf pflanzen).

 

Kontra

Eine kleine Geburt kann sehr schmerzhaft sein. Die Blutungen können beängstigend und auch so stark sein (oder auch gar nicht mehr aufhören), dass eine Not-OP notwendig wird. Leider kann es auch sein, dass trotz der kleinen Geburt später noch eine Ausschabung aufgrund von Resten erfolgen muss. Aber auch da kann man erst mal mit Tabletten versuchen nach zu helfen. Bei einem natürlichen Abgang ohne Ausschabung können Reste zurück bleiben, die sich zu einer Blasemole oder einem Chorionkarzinom weiterentwickeln können. Auch bietet eine mit Schwangerschaftsresten und Blut gefüllte Gebärmutter, einen idealen Nährboden für Keime, die zu einer Endometritis führen können. Auch die psychische Belastung auf die kleine Geburt nicht zu unterschätzen.


Allgemein sollte man erwähnen, dass man sich nicht zu einer Entscheidung drängen lassen soll (was leider immer wieder vorkommt). Man sollte sich die zeit nehmen, die man für sich braucht. Es stimmt nicht, dass das tote Baby den Körper innerlich vergiftet. Natürlich sollte man jedoch Bedenken, dass während einer Überlegungszeit (beispielsweise von 1 Woche) die Abbruchblutung trotzdem jederzeit beginnen kann. Diese würde jedoch kein Hindernis darstellen, sollte man sich doch für eine Ausschabung entscheiden. Nur sollte sie dann ziemlich zügig erfolgen.

 

Allgemein:

Über eine kleine Geburt wird man in Deutschland durch das Klinikpersonal oder Gynäkologen/in selten hingewiesen und erhält bei entsprechender Diagnosestellung meist direkt eine Überweisung zur Ausschabung. In anderen Länder (beispielsweise Niederlande, Skandinavien) sind kleine Geburten völlig normal und die Ausschabung ist die Ausnahme. Für eine kleine Geburt muss man in Deutschland noch immer kämpfen.

 

 

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